Argumentieren Lernen

Wer A sagt – sagt auch B

14.02.2010

Kennen Sie das? Sie werden in der Fußgängerzone von einem jungen Menschen -  wahrscheinlich Student denken Sie, will sich ein paar Euros dazu verdienen – angesprochen, mit den Worten:

“Haben Sie eine Minute Zeit? Ich möchte Sie gern über unsere Forderungen zu mehr Umweltschutz informieren!”

Aus Mitgefühl und alten Erinnerungen heraus sagen Sie: “Ja, klar.” Und jetzt geht´s los.

Es vergeht eine Minute, zwei, drei. Ihnen wird kalt, Sie sind hungrig und…………..

Dann, als hätten Sie es erahnt, fragt Sie der “Student: “Würden Sie mir hier Ihre Unterschrift geben, als Unterstützung?”

Was jetzt?

Wer A sagt – sagt auch B

Sehr wahrscheinlich werden Sie unterschreiben.

Die Antwort für dieses Verhalten heißt: Commitment.

In dem Moment, in dem Sie dem Frager ein “ja klar” zugerufen haben, haben Sie sich in eine Verpflichtung hineinbegeben. Späteren Forderungen, Anfragen oder Wünsche werden Sie dazu veranlassen, diesen ebenfalls zu entsprechen.

Durch Ihre Unterschrift dokumentieren Sie Interesse, Mündigkeit, Entscheidungsfähigkeit – schlicht, ein guter Bürger zu sein. Da sich ein guter Bürger engagiert, engagieren Sie sich nun auch.

Die Macht der schriftlichen Äußerung

“Auch Überzeugungsprofis wissen um die Macht schriftlicher Äußerungen. Die enorm erfolgreiche Amway Corporatio beispielsweise hat eine Möglichkeit entdeckt, wie sie ihre Mitarbeiter zu immer besseren Leistungen anspornen kann. Die Mitarbeiter werden angehalten, sich individuelle Verkaufsziele zu setzen und sich dadurch auf diese festzulegen, dass sie sie zu Papier bringen.” (Die Psychologie des Überzeugens; R.B. Cialdini)

Was macht schriftliche Commitments so effektiv?

Vielleicht verändert sich die Meinung einer Person. Er macht nun mit. Er ist engagiert.

Ist das Commitment aktiv, öffentlich, mit  Anstrengung verbunden und freiwillig – kann sich sogar das Selbstbild verändern – in oben genanntem Beispiel verwandelt sich ein normaler Stadtbummler in einen Öko. (Forschungen von Allison u. Messick; 1988)

Schriftliche Stellungnahmen können sehr leicht veröffentlicht werden, das bedeutet, jedesmal wenn eine Person einen Standpunkt einnimmt, und andere dieses mit bekommen, entsteht eine Motivation, diesen Standpunkt zukünftig zu vertreten, um den Eindruck zu vermitteln konsistent (konsequent) zu sein.

Ist jetzt Commitment/Konsistenz gut oder schlecht?

Leben Sie bewusst. Vertreten Sie Ihren Standpunkt. Seien Sie selbstbewusst – sich Ihrer Person bewusst. Wo soll dann das Problem sein?

[ der Mensch macht's! ] -  in diesem Fall Sie!

Schritt 4 – Die richtige Schrittlänge

16.02.2009

Gewusst wie: richtig argumentieren in 5 Schritten
(die 5-Satz-Technik)

An dieser Stelle möchte ich Ihnen in wenigen Schritten einen Überblick über die sinnvolle Struktur einer logischen Argumentation verschaffen.

In den vorherigen Schritten habe ich mich mit der richtigen Vorbereitung einer Argumentation beschäftigt. Sie wissen nun, wie wichtig es ist, sich vor einem Gespräch über die eigenen Argumente, mögliche Gegenargumente und Rückfragen Gedanken zu machen. Mindestens genauso bedeutsam ist das logische und strukturierte Anbringen dieser Argumente im Argumentationsverlauf.

Orientierung bietet hier die von Hellmut Geißner entwickelte sogenannt 5-Satz-Technik. Sie ist nichts anderes als ein gedanklicher Bauplan, der dabei helfen soll, kurz, logisch folgerichtig, einprägsam und zielgerichtet zu argumentieren.
Der 1. Schritt ist der situative Einstieg. Überlegen Sie, wie Sie die Aufmerksamkeit des Gesprächspartners auf das gewünschte Thema lenken, um dessen Bedeutung hervorzuheben.
Im dreifach gegliederten Mittelteil bringen Sie Ihre überzeugenden Argumente an. Er dient der Beweisführung, der Gegenüberstellung von Pro- und Kontraargumenten bzw. Vor- und Nachteile, die der Urteilsbildgung als Grundlage dienen.
Der 5. Schritt dient dazu, den Kerngedanken in einem Ziel- oder Zwecksatz zugespitzt und einprägsam zusammenzufassen.

Machen Sie nicht zwei Schritte aufeinmal wenn Sie nicht stolpern wollen

Wenn Sie Ihre Argumentation anhand dieser Schritte aufbauen, kann es helfen, in der umgekehrten Reihenfolge vorzugehen. Formulieren Sie zunächst den Zwecksatz, d.h. Ihr Anliegen (was wollen Sie erreichen?), suchen Sie dann nach geeigneten Argumenten (wie wollen Sie es erreichen?) und überlegen sich zum Schluss einen sinnvollen Einstieg.

Einige Beispiele für 5-Sätze sowie deren Nutzen möchte ich Ihnen im 5. Schritt liefern. Dieser Schritt soll zudem den letzten in meiner Reihe über die 5-Satz-Technik darstellen.