Argumentieren Lernen

Motive für einen Jobwechsel – im Vorstellungsgespräch richtig argumentieren

16.05.2011

Von Gastautor: Ole Becker

Einmal fragt sich jeder, ob er sich mit seiner beruflichen Aufgabe und Position noch identifizieren kann. Wenn Sie bei einer anstehenden Beförderung oder einem innerbetrieblichen Karrieresprung unberücksichtigt bleiben, wenn Kollegen an Ihnen vorbeiziehen oder Sie sich mit Ihren Vorgesetzten und/oder Kollegen nicht vertragen, ist oft ein Jobwechsel die richtige Lösung. Auch die Frage nach einer Weiterqualifizierung oder Umschulung kann Sie ins Grübeln bringen. Wenn Sie auch nach einem klärenden Gespräch mit dem direkten Vorgesetzten oder dem Personalchef im Betrieb keine Zukunft mehr sehen, sollten Sie keine wertvolle Zeit verstreichen lassen und einen Jobwechsel zügig, aber überlegt angehen.

Nehmen wir an, dass Sie es im nun folgenden Bewerbungsprozess geschafft haben, ein Unternehmen für sich zu interessieren. Im Bewerbungsgespräch wird jeder Personalchef oder Vorgesetzte nach Gründen forschen, warum Sie einen Jobwechsel anstreben. Tappen Sie hier nicht in die emotionale Falle! Ihre sehr persönlichen Gründe, so berechtigt sie sein mögen, behalten Sie besser für sich, denn hier geht es allein um Ihre persönliche und fachliche Qualifikation und den Nutzen, den Sie dem neuen Unternehmen bieten wollen.

Verkneifen Sie sich kleine Seitenhiebe oder „Nachtreten“, wenn Sie aufgrund eines schlechten Betriebsklimas oder des Gefühls, im alten Betrieb nicht richtig gewürdigt zu werden, wechseln wollen. Auch wenn Sie der Meinung sind, ein Vorgesetzter würde Sie bewusst schikanieren, halten Sie damit hinter dem Berg genauso wie direkte Beschuldigungen oder Diffamierungen ein absolutes No-Go sind.

Informieren Sie sich bei einem Jobwechsel über Ihren potenziellen neuen Arbeitgeber detailliert und ausführlich beispielsweise im Internet auf der Unternehmenswebseite oder schauen Sie sich Arbeitgeberbewertungen von potentiellen Kollegen auf Portalen wie meinChef.de an. Punkten Sie mit einer ausgeprägten Kenntnis des Produkt- oder Kundenportfolios und anderen betriebsrelevanten Faktoren. Betonen Sie Ihren Wunsch nach Weiterkommen sowie einer angemesseneren Dotierung. Zeigen Sie auf, wie Sie mit Erfahrung und Know-how die ausgeschriebene Position mit Leben erfüllen würden.

Lassen Sie erkennen, wie Sie Ihre Zielstrebigkeit und Ihren Ehrgeiz im Dienste des neuen Arbeitgebers konkret umsetzen würden. Suchen Sie sich in der Stellenbeschreibung die Rosinen heraus, die sich für Sie besonders eignen und unterstreichen Sie, welche Betriebsziele mit Ihrer Leistung optimiert werden könnten (z.B. durch Sprach- und Branchenkenntnisse, Spezialqualifikationen, internationale Erfahrung).

Machen Sie an Beispielen klar, welche Ideen und Impulse Sie einbringen. Auch dass Renommee und Bandbreite des neuen Arbeitgebers Sie reizen, ist ein erwähnenswerter Grund. Versetzen Sie sich bei allem in die Perspektive Ihres Gegenübers – dann klappt es auch mit dem Personalchef.

Kategorie: Allgemein

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