Argumentieren Lernen

Selbstbedienung – das Pro und Contra der Kundenorientierung

22.04.2010

Der Kunde bedient sich selbst. Die Überweisung wird selbst getippt, die Zapfsäule selbst bedient, das Formular selbst ausgefüllt, der Flugschein selbst ausgedruckt – Unternehmen haben es gelernt: Wer Geld sparen will, muss die Arbeit auf die Kunden abwälzen. Ärgert Sie das? Oder sehen Sie auch Vorteile.

So berichtete gestern die Süddeutsche.de   http://www.sueddeutsche.de/app/fluestertool/wirtschaft/?id=1267025036.

Ich sehe darin den Vorteil “guthin”:

Ich brauche beim Einkaufen keine anderen Menschen!

Ich benötige keine Argumentation, warum ich die Trendfarbe LILA nicht mag und lieber meinem erfrischenden SCHWARZ treu bleibe. Ich muss mich an der “Haustankstelle” nicht erklären, dass ich SUPER PLUS tanke und auf 100 km 20 Liter Sprit durchblase. Bei der Bank erspare ich mir den Anblick von demotivierten, ausdruckslos guckenden und standardisiert antwortenden Mitarbeitern.

“Schönen Tag noch” in überhöhter Stimmlage hinter mir hergerufen – das, mit Verlaub – versaut mir meinen Tag!

Endlich bin ich FREI!

Ja, endlich! Ein eindeutiges CONTRA Kundenorientierung von mir.

Kundenorientierung – gibt es ein Pro?

Ich bin bis heute ein Anhänger der Literatur von Edgar K. Geffroey – meinem “Kundenorientierungs-Papst”. Mit viel Weitsicht hat er es verstanden, mich von der Idee zu begeistern, Kunden als Menschen zu akzeptieren und Ihnen einen stetigen Nutzen zu präsentieren. Die Kundenerfolgsstrategie: Mache den Kunden erfolgreich – dann wirst du auch erfolgreich, treibt mich immer wieder an, neue Ideen zu generieren, um den größt möglichen Nutzen zu stiften.

Diese Art zu arbeiten, teile ich mit sehr vielen Menschen im täglichen Umgang und – es werden immer mehr. Nur so gelingt es uns, voran zu kommen. Uns weiter zu entwickeln. Uns näher zu kommen. Uns eben zu nützen.

Kundenorientierung – Nutzen, Dienen, Bedienen

Leider sind in Deutschland die Begriffe – nützen, dienen, bedienen – nicht nur aus der Mode gekommen. Nein, sie sind verpönt. Sollte ich jemandem dienen müssen, wird gerade zu meine Menschenwürde verletzt.

Ich meine der Verfassungsschutz ist hier gefragt.

Und solang diese Einstellung beim täglichen Einkauf vorherrscht:

Möchte ich frei sein!

Patchworker – wie argumentiere ich mein Leben

17.02.2010

Mit einem Lebenslauf, der gewundener ist als der Nürburgring, kenne ich die Probleme in der Vermarktung seiner Leistungen  nur zu gut.

Fragen wie:

“Wie kommt man als Floristin zur Lebensmitteltechnologie oder gar zum Wirtschaftsingenieur?” ähneln Fragestellungen “Wie kommt ein Schwein auf´s Dach?”.

Leider lässt sich da das Gefühl, sich ständig für seinen Lebensverlauf – wie verlaufen – rechtfertigen zu müssen, schwerlich ignorieren.

Doch genau das ist der Punkt.

Keine Person hat es jemals nötig, sich vor einer anderen Person für ihr Handeln zu rechtfertigen. Erklären, Erläutern – ja, wenn es der Sache dient.

Die Sache in so einem Fall heißt – Verkauf der eigenen Leistung. Ob ich mich also bei einem Unternehmen auf eine Festanstellung bewerbe, oder ich verkaufe als Freelancer meine Dienstleistung ist völlig identisch.

Patchworker – argumentieren Sie über Ihre Stärken

Als zertifizierter Coach der Wirtschaft und Trainer arbeite ich ausschließlich auf der Basis der Stärken einer Person – getreu der Maxime:

Was nicht da ist, kann ich auch nicht verkaufen!

Diese Stärken lassen sich über Hard und Soft Skills definieren.

Bei der Vermarktung der Hard Skills liegt der Patchworker nicht selten  gegenüber den “Zielgeraden” zurück. Das liegt in der Natur der Sache.

Die Soft Skills sind hingegen häufig geprägt durch Eigenschaften wie:

Gedankliche, aufgabenbezogene Flexibilität

Vielfältigkeit in der Vorgehensweise

Kreativität in Optimierungsprozessen

Improvisationsfähigkeit bei Störungen, etc.

Patchworker – das richtige Unternehmen macht´s

Bei der Planung der optimalen Bewerbungsstrategie sollten Sie folgendes berücksichtigen:

Die richtige Firma – welches Unternehmen fordert und braucht die Eigenschaften eines Patchworkers

Meine Soft Skills – welche meiner Soft Skills vermarkte ich bei welchem Unternehmen

Nach diesen Vorüberlegungen fällt die Argumentation der Soft  Skills leicht.

Hier ein Beispiel:

Stellenausschreibung: technisch versierter Außendienstmitarbeiter

Ihr Profil zeichnet sich durch folgende Stärken aus:   Kommunikationsfähigkeit,  zeitliche Flexibilität, vielseitig in Umgang mit verschiedenen Kulturen, Effektivität

Das Firmenprofill enthält hier Werte, wie Effektivität und Schnelligkeit

In meiner Arbeit als Floristin habe ich den richtigen Umgang mit Kunden von der Pike auf gelernt. Auch als Ingenieur kommt mir diese positive Kommunikation in der Zusammenarbeit und natürlich auch im Kundengespräch zu gute. Ich informiere ihre Kunden auf den Punkt genau und sorge damit für eine hohe Effektivität. Während der Beratungsgespräche hinterfrage ich die Kundeninteressen sinnvoll, um zu schnellen Ergebnissen zu gelangen.

Viele Grüße von Patchworker zu Patchworker und ganz viel Erfolg

Ihre Wiltraud Natzke

Die Psychologie des Überzeugens

09.02.2010

Derzeit lese ich mit großem Interesse – Die Psychologie des Überzeugens, von Robert B. Cialdini und möchte  Ihnen heute einige Erkenntnisse daraus vorstellen.

  1. Das Kontrastprinzip – Das Erleben von zwei unterschiedlichen Reizen – Wir schätzen beispielsweise das Gewicht eines Gegenstandes, den wir hochheben, höher ein, wenn wir zuvor einen anderen, leichteren, hochgehoben haben.
    Im Verkauf wird das Kontrastprinzip, wie folgt nutzbar gemacht:
    Stellen Sie sich vor, ein Mann betritt ein elegantes Herrenbekleidungsgeschäft und sagt, er wolle einen dreiteiligen Anzug und einen Pullover kaufen. Was würden Sie als Verkäufer zuerst anbieten, vor dem Hintergrund möglichst viel Umsatz zu generieren?
    Natürlich den Anzug – sprich den teuren Artikel!
    Kauft der Kunde den Anzug, sagen wir für 1.200,- € erscheint ihm der Preis für einen Pullover, 190,- € im Verhältnis klein.
  2. Reziprozität – Geben, nehmen, nochmal nehme
    Ganz sicher haben Sie schon einmal jemandem, einem Kunden, Mitarbeiter oder Bekannten etwas, für ihn unverhofft, geschenkt. Oder Sie haben etwas unverhofft geschenkt bekommen?
    Was ist dann passiert?
    Richtig – Sie haben sich sehr wahrscheinlich verpflichte gefühlt, etwas zurück zu geben.
    Die Gratisprobe hat als Marketingmethode eine lange und erfolgreiche Tradition. Der Supermarkt ist ein bevorzugter Ort, um den Kunden kleine Kostproben zu offerieren. Vielen Leuten fällt es schwer, eine Probe von einem lächelnden Anbieter anzunehmen, nur die Zahnstocher oder Becher abzugeben und weiterzugehen. Stattdessen kaufen viele. Noch erfolgreicher kann sich eine Methode erweisen, bei der sich der Kunden seine Gratisprobe selbst abschneiden darf.
  3. Konsistenz – sobald wir eine Entscheidung treffen oder eine Position vertreten, entstehen Kräfte, die uns dazu drängen, uns konsistent (oder konsequent) zu  dieser Festlegung zu verhalten, wir stehen zu unserer Entscheidung und verhalten uns entsprechend.
    Ich möchte an dieser Stelle ein Beispiel aus oben genanntem Buch auszugsweise zitieren:
    “Bei einer Einführungsveranstaltung für Transzendentale Mediation wurde ich Zeuge eines anschaulichen Beispiels dafür, wie man sich hinter den Mauern der Konsistenz verschanzen kann, um einen Schutz vor den lästigen Konsequenzen bestimmter Gedanken zu haben. ”
    Die Veranstaltung sollte zu ungeahnten Möglichkeiten verhelfen. Ein Freund, Spezialgebiet Statistik und symbolische Logik begleitete mich.
    “Als die Vortragenden im weiteren Verlauf des Abends die Theorie, auf der die TM beruhte, erklärten, nahm ich an meinem Freund eine zunehmende Unruhe wahr.” “Als die Redner am Ende ihres Vortrages dazu aufforderten Fragen zu stellen, meldete er sich und trug eine im Ton freundliche, aber inhaltlich schonungslose Kritik des Gehörten vor.” “Die Wirkung auf die Diskussionsleiter war vernichtend. Nahc einem Augenblick betretenen Schweigens versuchten es die beiden mit einer zaghaften Replik, hielten mittendrin inne, um miteinander zu beratschlagen, und gaben schließlich zu, das die von meinem Kollegen angebrachte Kritik nicht ganz unberechtigt wären.”
    “Nach Beendigung der Fragezeit erlebten die Veranstalter einen regelrechten Run auf ihr Kursangebot.”
    Das Phänomen der Konsistenz lässt sich wie folgt erklären:
    In einem Gespräch mit anderen Teilnehmern der Veranstaltung erfragten wir den Grund der Teilnahme, mit folgendem Ergebnis:
    “Bei einem handelte es sich um einen angehenden Schauspieler, der unbedingt Erfolg in seinem Fach haben sollte und der erschienen war, um zu erfahren, ob er durch TM die für seine Kunst notwendige Selbstbeherrschung erwerben konnte; die Veranstalter hatten ihm versichert, dass dies so sein würde.”
    Es bestand also die Möglichkeit über TM ein dringendes Problem zu lösen. Nun tritt aber die Stimme der Vernunft dazwischen:’
    “Nun trat – in Form meines Kollegen- die Stimmer der Vernunft dazwischen und wies darauf hin, dass ihre gerade gefundene Lösung auf Sand gebaut war. Panik! Es musste sofort etwas unternommen werden, ehe die Logik ihren Tribut verlangte und sie wieder ohne Hoffnung dastanden. Ganz schnell mussten Mauern gegen die Vernunft her; und es spielte keine Rolle, dass die Festung, die man errichtete, eine der Ignoranz war. “Schnell bringt mich in Sicherheit vor falschen Gedanken! Hier, nehmt mein Geld! Kein Grund mehr, darüber nachzudenken. TM? Natürlich wird es mir helfen. Ich habe doch gutes Geld dafür bezahlt.”

Argumentation und Motivation

04.02.2010

Immer wieder geht es in dem beruflichen Miteinander, speziell in der Führung darum, unsere Mitmenschen, den Mitarbeiter zu überzeugen - nicht zu überreden.

Natürlich können wir auf alternative Umgangsformen als Motivation zurückgreifen.

Beispiele hierfür sind:

  • Zwang
    z.B. durch emotionale oder finanzielle Erpressung (Kommunikationsschema – wenn-dann-sonst: Wenn du X nicht tust, dann werde ich mit Y reagieren).
    Resultat: Es existiert keine Freiwilligkeit, sondern Angst. Endet der Zwang, geht die Macht augenblicklich verloren.
  • Überreden
    z.B. durch Erregen von Mitleid, Begeisterung, Missionierung, …

    Kommunikationsschema – Der Prediger

    Hier liegt natürlich eindeutig der Vorteil in der Freiwilligkeit. Die Widerstandswahrscheinlichkeit ist eher gering – solange der Effekt anhält.

Argumentation und Motivation

Schauen wir uns das Beispiel eines Ruderwettkampfes an.

Wie könnte in diesem Fall die Motivation aussehen.

In Anlehnung an obige Ausführungen:

Wir zwingen ihn – Wenn du das nächste Rennen nicht gewinnst, dann kürzen wir dir das Gehalt – sicher unrealistisch, aber als Beispiel meine ich sehr gut tauglich.

Wir überreden ihn – und so könnte sich die “Überredungskunst” anhören.
“Wir sitzen alle in einem Boot. Wir alle bringen Opfer. Warum müssen wir alle Opfer bringen? Um Erfolg zu haben! Erfolg ist nicht nur eine Sache des Geldes! Erfolg bedeutet Anerkennung, Dazugehörigkeit, Stärke! Sie repräsentieren diese Stärke!…………….”

Argumentation und Motivation

Oben dargestellte Beispiele verdeutlichen, dass, um langfristig zu motivieren, es einer Überzeugung bedarf.

Überzeugung erreichen wir nur durch Argumentation.

Wie lassen sich jetzt gute Argumente und damit eine langfristig anhaltende Motivation für den Ruderer gestalten?

Folgende Vorüberlegungen müssen getroffen werden:

  1. Was ist Fakt?
  2. Welchen Nutzen kann ich dem Ruderer geben?
    Welche Persönlichkeitsmerkmale hat der Ruderer?
    Was ist dem Ruderer wichtig?
  3. Was ist mein Ziel?

Die Fragen 1. und 3. sind schnell beantwortet.

zu 1. Fakt ist, er ist der Ruderer mit acht Steuermännern.

zu 3. Wir wollen, dass das so bleibt.Wir wollen so eine hohe Motivation aufbauen, dass unsere Firma das Rennen gewinnt. (Anmerkung: Wir befassen uns nicht mit dem Thema Zielformulierungen, denn dann müssten wir diese Zielsetzung aufgrund der Nicht-Realisierbarkeit canceln)

Bleibt also der Punkt 2.

Um dem Ruderer einen Nutzen bieten zu können, benötigen wir Informationen über seine individuellen Präferenzen, seine Gewohnheiten und natürlich nicht zuletzt seine Charaktereigenschaften, seine Werte.

Ist es zum Beispiel ergeizig – baut sich die Argumentation auf der Befriedigung auf, ihm Status und Karriere anzubieten.

Ist er Familienmensch – bieten wir Freizeit, Familienvergünstigungen, Kindergartenplatz etc. an.

Diese Beispiele polarisieren. Bewusst, da sie im extrem verdeutlichen, dass Motivation immer, und langfristig nur bei Kenntnis der Individualität möglich ist.

Zum Schluss aber noch eine andere Frage:

Wie sieht es mit der Eigenverantwortung des Ruderers aus? Hat er nicht auch selbst die Aufgabe für seine Motivation zu sorgen? Wenn nicht er, wer dann?

Ein Synonym für Motivation ist – Handlungsbereitschaft.
Handlungsbereitschaft bedeutet – selbst aktiv werden!

Viele Grüße,
Ihre Wiltraud Natzke

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Unter Stress argumentieren

20.01.2010

Wenn wir von Stress sprechen, sollten wir immer zwischen Eustress und Distress unterscheiden. Das Argumentieren im Eustress ist auch nicht immer ganz leicht und bedarf häufig des Trainings und der Klarheit über den eigenen Standpunkt. Die persönliche Zielsetzung, sowie die Kenntnis über mögliche Nutzenformulierungen sind ebenso notwendig um erfolgreich zu kommunizieren. Eustress bedeutet immer eine positive Anspannung, die das Denken konstruktiv unterstützt.

Anders sieht das in der Distress-Phase aus. Hier kann die Panik die Oberhand gewinnen und mentale  Blockaden werden aufgebaut.

Grundlagen erfolgreicher Stressargumentation

  1. Die wichtigste Grundlage für eine erfolgreiche Argumentation unter Stress ist die Kenntnis über die Stärken, die Werte, die Charaktereigenschaften der eigenen Person – das heißt nichts anderes, als selbstbewusst aufzutreten.  Ich möchte Selbstbewusstsein definieren, als – sich seiner selbst bewusst sein – sich selbst zu kennen.
  2. Kennen Sie Ihre Ziele. Seien Sie vorbereitet im Hinblick darauf: Welche Gesprächspartner werden mir gegenüber sitzen? Wie wird die Situation zu beschreiben sein? Wie kann ich authentisch argumentieren?
  3. Auch bei einem sehr guten Kenntnisstand über den eigenen Charakter – informieren Sie sich über die grundlegenden Signale, die durch die Körpersprache gesendet werden und deren Interpretation. Typische Unsicherheitssignale können z.B. sein:
    • hochgezogene Schultern
    • unsteter, hektischer Blick
    • leises Sprechen
  4. Trainieren Sie mit unfairen Angriffen umzugehen. Lenken Sie die Energie des Angreifers stets auf die Sache zurück. Lassen Sie niemals den Grad der Unfairness, die Lautstärke und die emotionale Stimmung vom anderen aufdrängen.
  5. Bedienen Sie sich in Ihrer Darstellung des Fünf-Satzes.
    Das sorgt für Klarheit und Präzision – und damit für Ausstrahlung.

Ein Rat zum Schluss: Seien Sie sich in jeder Situation darüber im Klaren:

  • Wer bin ich
  • Was sind meine Stärken
  • Was will ich

Viele Grüße,
Ihre Wiltraud Natzke

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Kostenfaktor Stress

16.01.2010

Wussten Sie, dass jeder Leistungsträger Stress benötigt, um leisten zu können?

Tatsächlich ist es so, dass ein mittleres bis leicht erhöhtes Stress-Niveau günstig für ein sicheres und zielführendes Handeln ist.

Doch was ist mittel bis leicht erhöht? Die Antwort: Die Höhe ist eine Frage des Trainings.

Stellen Sie sich vor, Sie leben mehrere Jahre auf einer einsamen Insel, kein Kontakt zu Menschen oder anderen intelligenten Lebewesen.  Sie haben Ihre Ruhe. Dann strandet jemand!

Nach der Freude folgt unmittelbar die Auseinandersetzung – durch mangelndes Training – also sehr wahrscheinlich Stress!

Der Stress-Forscher Hans Selye unterscheidet Eustress und Distress. Eustress ist eine günstige, gesundheitsfördernde Belastung und wirkt sich auf Leistung und Motivation stimulierend aus. Distress beinhaltet demgegenüber eine schädigende Überforderung des Organismus. Wenn wir also von Stress sprechen, sprechen wir allgemein hin über Distress.

Wann entstehen dann Kosten durch Stress?

Begleiten Sie mich gedanklich in eine typische Meeting-Situation.

Projektleiter A stellt den Projektverlauf dar und legt seine Prognosen für den Verlauf vor. Neben den sachlich fundierten Zahlen gibt Projektleiter A auch eine persönliche Stellungnahme über das Mass der Zielerreichung ab.

Folgender Kommentar schlägt ihm von seinen Kollegen entgegen: “Das glauben Sie doch selbst nicht, was Sie da sagen”; “Völliger Nonsens, den Sie da von sich geben”.

Was wird sehr wahrscheinlich mit Projektleiter A passieren? Er blockiert. Es fehlen ihm die Worte. Er büßt seine Leistungfähigkeit sehr stark ein. Er ist im Distress! Seiner Anwesenheit steht kaum noch eine messbare Leistungfähigkeit gegenüber.

Kosten entstehen.

Aufbau von Eustress – Vermeidung von Kosten

Der Distress wird im Berufsalltag tatsächlich in einem hohen Maß durch einen “persönlichen Angriff” aus dem Kollegen- oder Mitarbeiterkreis verursacht. Eine mögliche Lösung, sich diesen Situationen zu stellen, besteht darin, sich Klarheit über folgendes Muster zu verschaffen:

  1. Was ist das auslösende Moment für diese stressende Situation?
  2. Wie nehme ich, als “angegriffender” diese Situation wahr? Welche Gedanken entwickel ich dazu? Welche Annahmen habe ich?
  3. Welche emotionale Konsequenz folgt aus diesen Annahmen?

Sich Klarheit über die eigenen Verhaltensmuster zu bilden, ist der Schlüssel zum Erfolg – zur grundlegenden Möglichkeit, Verhalten zu verändern.

Sie können den Stress selbst managen! Trainieren Sie! Ihre Eustressgrenze und damit Ihre Leistungsfähigkeit wird immer größer und Ihre Kompetenzvermutung steigt stetig.

Viele Grüße,
Ihre Wiltraud Natzke

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Kostenfaktor Konflikt

12.01.2010

Ich möchte in diesen betrieblichen Kostenfaktor mit einer Definition für einen sozialen Konflikt (gem. Rüttinger) zur gegenseitigen Abhängigkeit einsteigen:

Die Konfliktparteien sind für die Konfliktlösung voneinander abhängig, das heißt, dass Verhalten und die Zielerreichung der einen Partei hat Konsequenzen für die Durchführung des Handlungsplanes und die Zielerreichung der anderen Partei.

Hier sind Reibungsverluste vorprogrammiert. Die Parteien blockieren nicht selten vollends. Die Möglichkeit, sich sinnvoll auseinander zu setzen stirbt jäh.

Die Kosten steigen durch Informationsverluste und Unproduktivität in der Arbeit.

Aber warum ist das eigentlich so?

Konfliktursache

Neben vielen Ursachen, besteht eine Möglichkeit darin, dass eine oder ggf. beide Parteien nicht dazu in der Lage sind, die eigenen Zielvorstellungen und die daraus resultierenden Handlungspläne klar und verständlich darzustellen.
Eine Zielformulierung nach S-M-A-R-T

S = spezifisch = was genau will ich erreichen

M = messbar = wie kann ich den Erfolg oder die Zielerreichung messen

A = attraktiv = freue ich mich auf die Herangehensweise und die Zielerreichung

R = resultatorientiert; realistisch = ist meine Vorstellung durchführbar vor einem zeitlichen, finanziellen etc. Hintergrund

T = terminiert = wann will ich das Ziel erreicht haben

ist in diesem Fall eine Hilfestellung, die eigenen Vorstellungen zu konkretisieren und auf Umsetzbarkeit hin zu überprüfen.

Argumentation im Konflikt

Die konkrete Nennung der eigenen Ziele und Vorstellungen, incl. der Herangehensweise ist der Grundstein in der Zusammenarbeit. Eine fruchtbare Kooperation kann jedoch nur dann entstehen, wenn die Parteien von den Zielen des anderen überzeugt sind. Überzeugung wiederum wird nur durch Verstehen erreicht. Verstehen nur durch Argumentation.

Benennen Sie also das Warum Ihrer Ziele und Handlungen.
Schaffen Sie einen Nutzen für Ihr Gegenüber.

Bekämpfen Sie Reibungsverluste. Kommunizieren Sie im Bewusstsein der Kosten.

Ich wünsche Ihnen eine sinnvolle Kommunikation, denn sich-auseinander-setzen heißt zusammen-arbeiten.

Viele Grüße,
Ihre Wiltraud Natzke

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Argumentation in der Präsentation

07.01.2010

Wie schon Wolfgang Natzke in seinem Blogartikel Präsentation – Ihre Investition schreibt:

Jede Präsentation verfolgt vor allem ein Ziel:
Der Zuhörer soll bei körperlicher Anwesenheit und geistiger Aufmerksamkeit mit mentaler Begeisterung Inhalte unterschiedlichster Art “kaufen”.

Als Zuhörer “kaufen” Sie jedoch nur, wenn Sie überzeugt sind. Wie also lassen Sie sich überzeugen?

Vielleicht so, wie in diesem Video?

Sie werden mir zustimmen, dass diese Präsentation gelungen ist. Doch ist sie auch überzeugend?

Argumentation – kurz und bündig

Präsentationen sollen zu  schnellen und präzisen Resultaten führen. Deshalb sollte auch ihre Argumentation kurz und präzise sein.

Folgender Aufbau bietet sich an:

aufbau-argument

Und so könnte die Umsetzung für das Thema “Neustrukturierung des Informationsflusses” lauten:

Tatsache ist, dass die Menge der, für Entscheidungen relevanten, Informationen im beruflichen wie im privaten Umfeld kontinuierlich wächst. Daraus folgt, dass wir im Unternehmen von Informationen leben und dadurch die Wettbewerbsfähigkeit gewährleistet wird. Deshalb brauchen wir eine sinnvolle Struktur unseres Informationssystems. Partnerunternehmen haben dadurch schon nachweislich große Erfolge erzielt.

Ein Tipp zum Schluß: In der Kürze liegt die Schlagkraft. Weniger ist auch hier mehr!

Viele Erfolg für Ihre nächste Präsentation wünscht Ihnen

Wiltraud Natzke

Amelie Mooseder verliert gegen Stefan Raab

21.12.2009

Am vergangenen Samstagabend verfolgte ich gespannt die letzte Ausgabe von Schlag den Raab für 2009. Und leider – die Überschrift verrät es schon – verlor die Kandidatin Amelie Mooseder gegen den verbissen kämpfenden Entertainer, leider. Wie schafft es Stefan Raab immer wieder die Kandidaten zu besiegen und den Jackpot zu behalten?

Amelie Mooseder kämpfte tapfer und kam immer wieder ran

Für Amelie Mooseder begann der Abend höchst erfolgreich. Die 24-jährige Medienmanagement-Studentin setzte sich als einzige Frau gegen vier andere Bewerber durch. Endlich mal wieder eine Frau, die gegen Stefan Raab antritt! Zum 20. Mal kämpfte ein vom Publikum aus gewählter Kandidat gegen den Entertainer. Doch ganz selten bisher konnte am Ende der Show der Herausforderer jubeln. Auch für Amelie Mooseder vom vergangenen Samstag blieb nur der zweite Platz. Nach nur 13 von 15 Spielen lag Stefan Raab uneinholbar vorne. Doch wie schafft Raab das immer wieder?

Stefan Raab hat einen unglaublich hohen Ehrgeiz. Er kämpft verbissen bis zur letzten Minute. Das Spiel mit dem Holz-Labyrinth zeigte es einmal mehr als deutlich. Statt mit Fingerspitzengefühl die Metallkugel durch das Holz-Labyrinth zu navigieren und vorsichtig die Löcher zum umschiffen, schlug der Musiker, Songwriter und Moderator auf das Spielgerät immer wieder ein. Über 2:50 Minuten brauchte Raab, bis die Kugel ihr Ziel erreicht hatte. Und Amelie Mooseder? Ihre Kugel war bereits nach rund 30 Sekunden im Ziel und das ganz ohne Nerven zu zeigen.

Raabs raffinierte und fiese Methoden verunsicherten Amelie Mooseder

Die Körpersprache des Titelverteidigers sprach bereits Bände. Doch Raab weiß nicht nur aus seinem Körper das Letzte heraus zu holen. Immer wieder verunsicherte der Moderator sein Gegenüber, fragt andauernd nach oder versucht durch unterbewusste Bemerkungen seinen Herausforderer einzuschüchtern. Ganz so sportlich ist das nicht. Am Ende konnte sich Amelie Mooseder dennoch freuen, denn sie durfte Robbie Williams, der seinen neuesten Hit vortrug, die Hand schütteln. Im neuen Jahr werde ich die Körpersprache und Gestik von Stefan Raab noch einmal genauer unter die Lupe nehmen. Körpersprache und Gestik sind aber nicht nur bei Schlag den Raab entscheidend, sondern auch einer Präsentation oder einer Gehaltsverhandlung.

Erfolgsrezept Charisma

21.11.2009

Beneiden Sie nicht auch manchmal die Leute, die es einfach immer schaffen, mit einem Lächeln durchs Leben zu gehen? Die, die von innen strahlen, wenn sie etwas über die Familie, die Hobbys oder die Arbeit erzählen. Egal wie uninteressant ein Thema zuerst erscheint, diese Leute schaffen es trotzdem, andere dafür zu begeistern.
Was den Unterschied macht? Charisma!

Im Job – gerade als Führungskraft – ist es ein großer Vorteil, wenn Sie nicht nur behaupten, charismatisch zu sein und andere gut motivieren und faszinieren zu können, sondern es auch wirklich auszustrahlen. Daher ist die wichtigste Frage: Wie möchte ich nach außen hin wirken? Denn niemand möchte für andere Menschen gelangweilt oder arrogant gelten.

Was Mimik zum Charisma beiträgt

Wir nehmen bei der Beobachtung eines Menschen nicht nur wahr, was gesagt wird, sondern auch wie es gesagt wird und mit welcher Körpersprache es verbunden ist. Oft verraten Mimik und Gesten, wenn das Gesagte anders gemeint ist. Denn nicht bei jedem stimmen der Inhalt und Mimik überein – und das mindert die Ausstrahlung auf andere. Aber: Auch das kann erlernt werden.

Wer diese kleinen Fehler vermeidet kann schon viel hinzugewinnen:

  • Nehmen Sie die Hände aus den Taschen – das wirkt unsicher!
  • Gehen und stehen Sie aufrecht – machen Sie sich nicht unnötig klein! Lachen Sie mit den Augen – wenn nur Ihr Mund lacht, wirken Sie nicht authentisch!
  • Halten Sie eine gewisse Körperspannung – seien Sie motiviert und nicht gelangweilt!
  • Bleiben Sie natürlich und vermeiden Sie Schauspielerei oder Übertreibung!

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