Der Kunde bedient sich selbst. Die Überweisung wird selbst getippt, die Zapfsäule selbst bedient, das Formular selbst ausgefüllt, der Flugschein selbst ausgedruckt – Unternehmen haben es gelernt: Wer Geld sparen will, muss die Arbeit auf die Kunden abwälzen. Ärgert Sie das? Oder sehen Sie auch Vorteile.
So berichtete gestern die Süddeutsche.de http://www.sueddeutsche.de/app/fluestertool/wirtschaft/?id=1267025036.
Ich sehe darin den Vorteil “guthin”:
Ich brauche beim Einkaufen keine anderen Menschen!
Ich benötige keine Argumentation, warum ich die Trendfarbe LILA nicht mag und lieber meinem erfrischenden SCHWARZ treu bleibe. Ich muss mich an der “Haustankstelle” nicht erklären, dass ich SUPER PLUS tanke und auf 100 km 20 Liter Sprit durchblase. Bei der Bank erspare ich mir den Anblick von demotivierten, ausdruckslos guckenden und standardisiert antwortenden Mitarbeitern.
“Schönen Tag noch” in überhöhter Stimmlage hinter mir hergerufen – das, mit Verlaub – versaut mir meinen Tag!
Endlich bin ich FREI!
Ja, endlich! Ein eindeutiges CONTRA Kundenorientierung von mir.
Kundenorientierung – gibt es ein Pro?
Ich bin bis heute ein Anhänger der Literatur von Edgar K. Geffroey – meinem “Kundenorientierungs-Papst”. Mit viel Weitsicht hat er es verstanden, mich von der Idee zu begeistern, Kunden als Menschen zu akzeptieren und Ihnen einen stetigen Nutzen zu präsentieren. Die Kundenerfolgsstrategie: Mache den Kunden erfolgreich – dann wirst du auch erfolgreich, treibt mich immer wieder an, neue Ideen zu generieren, um den größt möglichen Nutzen zu stiften.
Diese Art zu arbeiten, teile ich mit sehr vielen Menschen im täglichen Umgang und – es werden immer mehr. Nur so gelingt es uns, voran zu kommen. Uns weiter zu entwickeln. Uns näher zu kommen. Uns eben zu nützen.
Kundenorientierung – Nutzen, Dienen, Bedienen
Leider sind in Deutschland die Begriffe – nützen, dienen, bedienen – nicht nur aus der Mode gekommen. Nein, sie sind verpönt. Sollte ich jemandem dienen müssen, wird gerade zu meine Menschenwürde verletzt.
Ich meine der Verfassungsschutz ist hier gefragt.
Und solang diese Einstellung beim täglichen Einkauf vorherrscht:
Möchte ich frei sein!






